Eine sechzehnte Kurzgeschichte – Webmaster

Alles steht still. Das Training, der Spielbetrieb, das Leben schlechthin. Und wenn sich nichts auf den Rasen bewegt, dann sind natürlich auch die Websites der Vereine paralysiert – triste, öde Sackgassen ohne Update. Verständlich, dass die Webmaster abwarten, bis da wieder etwas vom BAG und von FVRZ kommt. Alle Webmaster? Ein Blick auf die Homepages der Zürcher Fussballvereine soll es weisen – aber es sei vorausgeschickt: Der zeitliche Aufwand für die Recherche auf deren Websites steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.


Einen interessanten unbeabsichtigten Lerneffekt gab es allerdings: Ich durfte in gestalterische und inhaltliche goldene Höhen und in tiefschwarze Löcher blicken, wie im richtigen Leben halt, niveaumässig zwischen Super League und 5. Liga – bloss dass es hier Unterklassige mit sensationellen Auftritten gibt, aber auch umgekehrt.

Die Nüchternen (90%)
Die allermeisten Vereine machen in der Coronakrise gar nichts. Oder noch schlimmer, sie sind irgendwo im November 2019 festgefroren, oder wie der FC Schwamendingen kurz vor dem 13. März 2020: Solange das BAG keine anderslautetenden Vorschriften erlässt, findet der Trainingsbetrieb wie gehabt statt. Viele haben einfach den Spielplan gelöscht (sorry, page not found). Andere haben es zumindest geschafft, die Medienmitteilung des Schweizer Fussballverbandes aufzuschalten – Einstellung des Betriebs, keine Spiele, keine Trainings. Der FC Wettswil-Bonstetten hat die Message mit einem flashigen rot-gelben Corona-Stempel aufgepeppt.

Die Engagierten (5%)
Der FCZ hilft seinen isolierten Fans «bim Oschteriichauf». Einige Vereine wie der FC Wallisellen, der FC Neftenbach oder der FC Schlieren bieten dasselbe ihrer Bevölkerung dauerhaft an – toll! Der Grasshopper Club Zürich meidet den direkten Kontakt mit seinen Fans, unterstützt aber den schweizweiten online Hackathon #VersusVirus.

Die Originellen (5%)
Nach längerer Suche im WWW gab es dann doch noch ein paar Treffer mit kreativen Ansätzen. Der FC Bülach bittet seine Mitglieder@home, Vorschläge für einen neues Logo des Vereins einzusenden. Der FC Egg bietet unter #ZeigDinTrick eine Plattform, um neue Moves für Übungen zuhause auszutauschen. Unser Intimfeind FC Seefeld macht auf Lengg Digital und bietet über Videokonferenzen Talkshows und Quizsendungen an. Die Junioren des FC Männedorf stellen coole Kurzfilme ins Netz und jonglieren bspw. mit WC-Papierrollen, die von Haushalt zu Haushalt weiterspediert werden.

Aber alle warten wir ungeduldig darauf, dass es wieder wie früher wird.

Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
homeoffice, putzmunter

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Der FC Witikon ist ein mittelgrosser Verein am Stadtrand von Zürich. Wir bieten eine qualitativ hochstehende Fussballinfrastruktur für Jungen und Mädchen ab 5 Jahren und für Männer und Frauen bis 99 Jahre.

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