Auch der FC Maur hat neulich eine Kurzgeschichte publiziert, in der Maurmer Post Nr. 16, 2020. Im Beitrag kommen die Bälle zu Wort, die in ihren Spielerschränken verkümmern und langsam ihre Luft verlieren. Sie hoffen inständig, endlich wieder aufgepumpt, mit den Füssen gestreichelt oder getreten und im gegnerischen Netz versenkt zu werden.
Das alles ist extrem verständlich und nachvollziehbar. Wo ich dann aber doch stutzte, das war beim Schlusswort, wo es hiess: «Im Namen von 302 Fussbällen: Gutes Training und bleibt gesund!»
Ich bin lange genug dabei und kann behaupten: Ich habe noch NIE ein Training erlebt, wo man am Ende genauso viele Bälle wieder verräumt hat wie man auf den Platz mitgenommen hatte. Und ich habe noch NIE einen Materialwart kennengelernt, der seinen Fundus im Griff hatte. Es liegt in der Natur der Sache, dass Bälle verschwinden und auftauchen.
Deshalb stutzte ich: Sollte der FC Maur wirklich der einzige Club sein, der immer weiss wie viele Bälle er hat? Wohl kaum. Der FC Maur ist dennoch einmalig. Natürlich noch nicht jetzt, aber ab Ende September sicher wieder. Dann, wenn überall gespielt wird, trotz garstigem Herbstwetter, hoher Luftfeuchtigkeit, Windböen. Spätestens dann wird er zum Sonderfall auf FVRZ-Gebiet – und das ist statistisch belegt: Die Maurmer Plätze werden dann, auch wenn rundherum der Spielbetrieb läuft, entweder wegen Schnee unbespielbar sein oder sie sind anderweitig unbespielbar, oder es wird kurzfristig wegen Unbespielbarkeit abgesagt.
Auch im Namen der plusminus 400 bis 450 Fussbälle des FC Witikon wünsche ich unserem Nachbarclub gute Gesundheit, bespielbare Terrains und einen genügsamen, ausgeglichenen, umgänglichen Materialwart.
Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
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