Fussball ist der tollste Sport überhaupt. Fussball ist aber leider auch ein Laufsport. Das wird unsereins immer schmerzlich bewusst, wenn eine neue Saison ansteht. Dann heisst es zuerst ohne Ball ab auf Finnenbahn, Waldwege, Vitaparcour, Treppenstiegen.
Es zeigt sich dabei halbjährlich immer dasselbe Bild: fast alle kommen sie dann wieder hervor aus ihren Trainingspausen – einige mit Bäuchlein, andere mit den neuesten Laufschuhen, hochentwickelten weil voll atmungsaktiven vierschichtigen Laufjacken, stylisch und funktional, dazu teuren Grosscomputern am Handgelenk. Andere schlurfen im uralten Trainer und Ringelsocken daher, und es sind sie, die dann wie Duracell-Häschen laufen und laufen und laufen. Es gibt jene, die unglaublich schnell ihre erste Runde rennen, und ebenso unglaublich schnell einbrechen und den Rest auf bescheidenstem Niveau absolvieren. Es gab mal einen, der sich auf dem Vitaparcour tatsächlich im Gebüsch versteckte, um sich dann wieder klammheimlich hinzuzugesellen. Und dann gibt es ein paar, die eigentlich erst kommen, wenn auch ein Ball mit dabei ist. Wieso sonst soll sich denn das Laufen lohnen?
Eigentlich wollen wir alle doch wie Messi sein. Ein wenig Rumstehen und ein bisschen beobachten, minutenlang völlig verschwinden, und dann plötzlich da sein, Tor. Das ist Fussball. Nicht dieses sinnlose Kilometerabspulen in dunklen, feuchten Wäldern. Es soll Spiele geben, wo Messi weniger läuft als sein Torhüter.
Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
homeoffice, putzmunter