In unserem nördlichen Nachbarland wird vermehrt darauf geachtet, dass nicht nur der Zugang zu öffentlichen Gebäuden, sondern auch zur Sprache barrierefrei ist. Das Mittel dazu nennt sich Leichte Sprache. Sie soll jenen Menschen helfen, die aus unterschiedlichen Gründen Probleme mit zu langen Sätzen, komplexem Satzbau und selten benutzten Wörtern haben. Zielpublikum sind also Menschen mit einer anderen Muttersprache, Leute mit Lernschwierigkeiten und Fussballer. Hier sind explizit nur die männlichen Exemplare gemeint.
Ein Beispiel: Anstatt dass man umständlich erklärt, welche Linienmarkierungen auf einem Fussballfeld gefordert sind, dass es also einen Strafraum, einen Elfmeterpunkt, vier Eck-Viertelkreise, eine Mittellinie, zwei Seitenlinien etc. etc. braucht, sagt man einfach: Auf dem Fussball-Feld sind viele Linien und Punkte.
Oder wenn es darum geht zu erklären, wie die komplizierten Wettbewerbsbestimmungen hinsichtlich Naturrasen, Kunstrasen und Hybridrasen mit strapazierfähigen Biokunststofffasern und wasserdurchlässiger Rasentragschicht lauten (das versteht eigentlich überhaupt niemand), da schreibt man einfach: Auf dem Boden vom Fussball-Feld muss Gras sein. Das Gras darf aus Plastik sein. Es darf auch echt sein. Hauptsache das Gras ist grün.
Ein anderes Beispiel: Mit «faul» meint man in der Regel das englische «Foul». Auch das lässt sich jedem Fussballspieler dank der leichten Sprache ganz leicht erklären.
Du triffst den Ball nicht. Du triffst den Gegner. Das ist ein Foul.
Du hältst den Gegner fest. Er kann nicht losrennen. Das ist ein Foul.
Du schubst den Gegner. Er fällt fast um. Er trifft den Ball nicht mehr gut. Das ist ein Foul.
So weit, so gut. Das tolle an der leichten Sprache ist, dass auch der Umgang mit dem Schiedsrichter einfach erklärt werden kann. Diese ganze Lamentiererei, das Verwerfen der Hände, die unflätigen Kraftausdrücke, das provokative Augenrollen und der aufgeregte Sprint auf den Schwarzen Mann zu, um ihm dann atemlos aber sachlich versuchen darzulegen, wieso das jetzt eben kein Foul war – all das wird in Zukunft nie mehr passieren.
Es sagt nämlich die leichte Sprache gut verständlich zu den Spielern:
Nur der Schieds-Richter entscheidet, wann es ein Foul ist.
Der Schiedsrichter hat immer recht.
Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
homeoffice, putzmunter