Es herrschen triste, farblose Zeiten. Erlauben wir uns darum, nochmals ungefragt auf Johan Djourou zurückzugreifen. Wer glaubt, das sei noch so einer, der nur einem Ball nachrenne, eine schöne Frau und viele Autos, aber wenig im Kopf habe, der täuscht sich gewaltig.
Immer wieder wurden seine Leistungen als Verteidiger kritisiert («Oooohhhh, mon dieu, lui, encore…»), es wurde ihm Fehlverhalten vorgeworfen, er wurde aus dem Kader gestrichen, er wurde ins Büro des Sportchefs zitiert. Und aktuell das Theater im Wallis (siehe Kurzgeschichte Nr. 6), schon kommt das nächste Kapitel in seinem wechselvollen Leben.
Apropos Leben: endlich ist mal Zeit, zuhause ein wenig aufzuräumen. Und siehe da: Da bin ich doch hinten in einem Küchentablar auf ein leicht vergilbtes, zusammengefaltetes Blatt Papier aus dem Migros-Magazin 2, 2011 gestossen, genauer auf die Seite 55.
Und was lese ich auf Seite 55: Djourou war offenbar nicht nur sehr lange Chef im Abwehrzentrum, er sei «Herr über Strafraum und Küche» steht da. Und er präsentiert im Beitrag seinen legendären, extrem leckeren Poulet-Auberginen-Eintopf, den Kédjénou aus seiner ivoirischen Heimat.
Und was bringt das jetzt, ihm, mir, der Leserschaft? Es bringt drei Dinge, nämlich
- erstens mir etwas, weil ich mich nächstens mal wieder in die Küche verziehe und versuche, seinem Kédjénou nachzueifern
- zweitens ihm etwas, weil ihm nach beinahe zwei Stunden Lebensgeschichte-Recherche meine Sympathie gewiss ist
- drittens Euch etwas, denn es ergab sich daraus eine weitere FCW-Corona-Kurzgeschichte. Das Rezept schicke ich auf Anfrage gerne nach.
Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
homeoffice, putzmunter