Danon Issouf Johannes Djourou Gadjere durchbricht gerade die unerträgliche Sportberichtsleere. Wikipedia meint, dass er zurzeit beim FC Sion tschutte. Wir wissen es besser, denn er hat das Spielfeld gewechselt und geht zurzeit gerichtlich gegen CC vor.
Was ist passiert? Nun, er weigerte sich wegen der Corona-Krise auf ultimativ befohlene Kurzarbeit umzustellen, weshalb ihm CC einfach kündigte. Mögen sämtliche Kulturinstitutionen geschlossen sein, das Theater im Wallis hat offen.
Mit ähnlichem Unterhaltungswert streiten auch die wirklich grossen Clubs europaweit um die Kurzarbeit. Es geht um fehlende finanzielle Reservepolster in den Ligen und Clubs, weshalb unverblümt und frech um Staatshilfe ersucht wird – das kommt allerdings ganz schlecht an. Die vermutlich etwas weniger gut verdienenden Fans sind (aufsteigend sortiert) enttäuscht, verschnupft, verärgert, zornig, angewidert.
Es geht aber auch um andere sprachliche Feinheiten in dieser Saison: Der Interpretationsspielraum zwischen den Adjektiven abgesagt, verschoben, ausgesetzt, verkürzt bietet eine treffliche Ausgangslage für die Juristen, die wahren Gewinner in dieser Pandemie.
Bei alledem darf man nicht vergessen: Finanziell ist es natürlich auch ein Desaster für alle Profifussballer: Drei Monate lang auf 20% des Lohnes zu verzichten…. Man mag sich gar nicht ausmalen, in welche Nöte diese jungen Menschen unverschuldet geraten.
Johan Djourou geht es nicht ums Geld, ihm geht es um Anstand und Respekt. Man muss ihm da wohl vorwerfen, dass es dafür im falschen Business und erst recht im falschen Club ist. Und er ist mit dieser Wertehaltung irgendwie auch in der falschen Zeit. Gut, er ist ja auch schon 33.
Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
homeoffice, putzmunter
PS: Kurzarbeit bei mir heisst: 20% weniger Finnenbahn, 20% weniger Rumpfbeugen, oder nur 80% ans Limit gehen. Tolle Sache.