Eine dritte Kurzgeschichte – Social Media bis zum bitteren Ende

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gut, vielleicht weniger auf dem Fussballplatz, das ist ja momentan unterbunden, aber in unseren Whatsapp-Gruppen. Hei, ist das lustig. Das naheliegendste Beispiel: «FCW/N Spieler ü50»

Am Donnerstag, den 30. Januar wurde erstmals die nahende Gefahr thematisiert. Es wurde als Bildcollage die verhängnisvolle Kette «Jogi Löw greift sich in die Hose – trifft und grüsst händeschüttelnd den Papst – der trifft händeschüttelnd Putin – der trifft händeschüttelnd Trump – der trifft händeschüttelnd Xi Jinping – China hat Corona». Ganz weit weg, gell? Der Anfang vom Februar war drum noch ahnungslos gefüllt mit Bildern von spassigen Geburtstagsparties, von gemeinsamen Skiausflügen, von Trainingaufgeboten und rekordverdächtigen -zusageversprechen, bis dann am 13. Februar erstmals ein «bliibet gsund» das Ende einer Message zierte.

Am 26. Februar schrieb ein Teamkollege, dass er nicht ins Training komme, weil «leider immer noch Grippe im letzten Stadium» - das war damals sicher richtig, darf man heute so wohl nicht mehr schreiben. Ab 28. Februar brachen dann alle Dämme, und Corona beherrschte die Gruppe. Händewaschen, Blocher will die Grenzen schliessen, Tentin Quarantiono statt Quentin Tarantino, dann am 11. März, eine Ewigkeit her, wurde immer noch an Spielansetzungen geglaubt, am 13. März wurde dann doch realisiert, dass auch bei unserer Art Fussball zu spielen, die Einhaltung des Mindestabstandes nicht immer gewährleistet sein dürfte, am 14. März schloss die Sportanlage, man solle sich ab sofort selber fit halten, am 17. März erste Whatsapp-sauglatt-Bilder von vollen Fussballstadien und Fans die Tausende (!) von WC-Papierrollen aufs Spielfeld in langen Streifen fallen liessen (diese gedankenlose Wertvernichtung!), am 18. März meldete Zoran dass er negativ auf Covid-19 getestet worden sei. Aber positiv auf «Cocaine, Opiates and Cannabis». Oder war das auch bloss so ein kopiert-weitergeleitet-Bildli??

Was nachher kam, haben wohl alle von überall her x-fach erhalten, Social Media sei Dank: Panini-Klopapier-Tauschbörse («mir fehlen noch Blatt 7, 36, 69 und 152…»), der hustende und furzende Spanier im Bett, der FC Basel-Schal anstelle Klopapier, der Giovanni Trapattoni-Imitator, die Spieler von Bayer Leverkusen homeofficemässig mit einem Quiz unter Ihresgleichen: wie viele Haar eine Halbglatze habe (n=400) und entsprechend wie viele eine Vollglatze (Achtung: keine Fangfrage. Richtige Antwort: ?), dann noch im Chor singende Bierbüchsen, und den Rest ersparen wir uns, einverstanden? Hoffentlich ist das bald vorbei. Da wird man ja ganz kirre bei.

Beat Eberschweiler

FCW-Korrespondent

homeoffice, putzmunter

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