Eine zweiunddreissigste Kurzgeschichte – Eckfahnen

Sie stehen ziemlich nutzlos an den Ecken des Spielfeldes, die Eckfahnen. Ganz selten und kurz erhielten sie ein wenig Beachtung, als man sie noch aus ihren Bodenhülsen ausstöpseln und beiseite schmeissen durfte, damit der einen Eckball Tretende genügend Platz hatte. Aber seit das untersagt ist, haben sie noch weniger zu tun.


Es bleibt ja viel zu selten ein Spieler beim Eckstoss unrühmlich daran hängen, was echt peinlich aussieht und hübsche «Eckenhoppler» ergeben kann. Oder, ebenso selten, dass der Ball im Spiel von dort an den verdutzten Spielern vorbei wieder zurück ins Feld prallt, auch ganz lustig.

Mönchengladbach hat sich ihrer erbarmt und ein Ritual etabliert, sich nach Spielschluss wenigstens eine der vier Nutzlosen zu schnappen, ein Trikot drüber zu stülpen und dann den Sieg zu feiern.

In Witikon eskalierte während meiner Aktivzeit ein Match wegen drei roter Karten. Nach Spielende wollten die emotional aufgewühlten Spieler des Gegners auf uns losgehen, auch mit den Eckstangen. Ich hatte damals als verantwortlicher Captain den gegnerischen Spielführer darauf aufmerksam gemacht, dass das Material der Stadt gehöre und eigentlich nicht zweckentfremdet werden dürfe. Er beugte sich der Kraft meiner Argumente und alle legten die Eckfahnen anstandslos sorgfältig ins Gras. Wir mussten uns zusammen mit dem Schiedsrichter dann aber doch noch eine Stunde in der Garderobe verbarrikadieren, bis die Polizei kam.

Aber mehr lässt sich beim besten Willen nicht erzählen über Eckfahnen.

Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
homeoffice, putzmunter

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