Der Präsident hat das Wort

Ich möchte meinen Artikel mit einer Behauptung beginnen: «Eine Mannschaft, die absteigt, spielt in der betreffenden Saison auf dem Niveau der unteren Liga. Um aufzusteigen, muss man hingegen auf dem Niveau der höheren Liga spielen.»

Liebe Mitglieder

Nehmen wir mal an, dass diese Aussage stimmt. Dann spielte unsere 1. Mannschaft in der Saison 1999/00 auf dem Niveau der 3. Liga. Nach dem Abstieg haben viele Spieler der 1. Mannschaft den Verein verlassen, sodass man – realistisch gesehen – erwarten musste, dass die Mannschaft in der 3. Liga nicht von Beginn weg vorne mitspielen kann. Die 1. Mannschaft steht nun, am Ende der Vorrunde, auf dem 5. Platz und hat nur gerade 6 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Für mich bedeutet dies ein eindeutiger Fortschritt gegenüber der letzten Saison, zu welchem ich den Spielern und den Trainern gratulieren möchte. Ich bin gespannt auf die Rückrunde und auf den Moment, wenn die beiden verletzten Leistungsträger, Daniel Dahinden und Tanno Pelli, wieder zur Verfügung stehen.

Auch die 2. Mannschaft hat sich vom Abstieg hervorragend erholt. Das Team von Martin Lang und Daniel Fuchs liegt nach der Vorrunde an der Tabellenspitze. Unter Anwendung der oben formulierten Behauptung spielt die Mannschaft also wieder auf dem Niveau der 3. Liga. Dies ist besonders beachtlich, wenn man das sehr knappe Kader bedenkt. Super!

Diese Betrachtungen haben mir aber auch etwas anderes aufgezeigt: Erfolg und Misserfolg liegen nah beieinander. Dies gilt sowohl für einzelne – glückliche oder unglückliche – Aktionen eines Spiels, aber auch in Bezug auf die Zeit. Beispielsweise feierten die A-Junioren vor wenigen Monaten noch den Finaleinzug am Turnier in Göteborg, den bisher wohl grössten Erfolg ihrer fussballerischen Karriere. Und nun, wenige Wochen später, befinden sie sich mitten im Abstiegskampf. Ähnliches gilt auch für die 3. Mannschaft, welche in der Saison 1999/00 die erfolgreichste Witiker Aktivmannschaft war und nun auf dem drittletzten Platz überwintern muss.

Ich persönlich bin der Ansicht, dass man gerade aus den sportlichen Erfolgen und Misserfolgen viel lernen kann. Als Kind versuchte ich beispielsweise, jedes Spiel zu gewinnen. Verlieren war die grösste Strafe für mich, und jede Niederlage brauchte viel Zeit, bis sie verdaut war. Diejenigen, die mich damals kannten, wissen nur zu gut, dass ich gar kein guter Verlierer war. Heute versuche ich hingegen, eine gewisse Konstanz zu erreichen. Ich habe beispielsweise beobachtet, dass man häufig erfolgreicher ist, wenn man sich nach einer Niederlage schnell wieder auf das nächste Ereignis einstellt. Und das gleiche gilt natürlich auch für den Umgang mit einem zwischenzeitlichen Erfolg. Ich bin deshalb auch der Ansicht, dass sich gute Fussballer nicht nur durch ihr technisches und physisches Leistungsvermögen auszeichnen, sondern auch durch ihre Fähigkeit, mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen. Und dies kann man in einem Amateurverein, wie es der FCW ist, ausgezeichnet lernen.

Nach diesen eher philosophischen Betrachtungen möchte ich noch über einige Aktualitäten berichten. Die Juniorenmannschaften haben in der Vorrunde sehr unterschiedlich abgeschnitten. Die detaillierten Zwischenklassemente finden sich in dieser Ausgabe. Der FCW war am «Witiker Dorfmärt» durch die 3. Mannschaft vertreten. Das Team hat diese Aufgabe sehr gut gelöst. Umso bedauerlicher ist es, dass ihr Trainer, Daniel Kummer, auf Ende der Vorrunde 2000/01 seinen Rücktritt angekündigt hat. Seine beruflichen und privaten Veränderungen lassen es nicht zu, dieses Amt weiter auszuüben. Ich möchte Daniel an dieser Stelle für seine ausgezeichnete Arbeit danken. Er hat grossen Anteil daran, dass sich die Vereinsführung und die Spieler der 3. Mannschaft wieder gegenseitig annähern konnten.

Zu den laufenden Projekten kann folgendes berichtet werden: Die Anschaffung des Sportbuses wird sich vermutlich nochmals verzögern. Details finden sich in dieser Ausgabe. Über die Diskussion «CN und/oder Internet» wird ebenfalls in einem separaten Artikel berichtet. Das dritte Projekt, die Erarbeitung eines neuen Leitbildes für den FCW, wird im November 2000 anlässlich einer Klausursitzung in Angriff genommen.

Schliesslich soll noch erwähnt werden, dass mehrere von der Kirchgemeinde nicht mehr benötigten Stühle und Tische nun die Hauhütte neu möblieren. Besten Dank Werner und Ruth Dubach für eure Initiative. Zum Schluss möchte ich noch auf einen speziellen Anlass hinweisen: Am Abend des 20. Novembers 2000 wird Lukas Christen, Medaillengewinner an den Paralympics in Sydney, zum Thema «Motivation» sprechen. Dieser Abend wird gemeinsam vom FC Altstetten und dem FCW organisiert und ist für die Funktionäre der beiden Vereine gedacht. Die entsprechenden Einladungen werden in den kommenden Tagen verschickt. Es würde mich freuen, wenn möglichst viele unserer Funktionäre an diesem Anlass teilnehmen könnten. Viel Spass beim Lesen dieser CN wünscht nun

Ivo Leiss, Präsident

Über den FC Witikon

Der FC Witikon ist ein mittelgrosser Verein am Stadtrand von Zürich. Wir bieten eine qualitativ hochstehende Fussballinfrastruktur für Jungen und Mädchen ab 5 Jahren und für Männer und Frauen bis 99 Jahre.

Zahlen & Fakten

Kontakt

FC Witikon
8053 Zürich

+41 76 680 80 53
info@fcwitikon.ch